Medienkompetenz als Lösungsansatz gegen rechte Desinformationskampagnen

Die frühe Nutzung multimedialer Angebote durch adoleszente Zielgruppen erfordert eine Stärkung der Medienkritik- und Analysefähigkeit. TikTok hat in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen, was zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit politischen Themen auf der Plattform geführt hat...

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Main Author: Oliver Klawitter
Format: Article
Language:deu
Published: MedienPädagogik 2025-05-01
Series:MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
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Online Access:https://www.medienpaed.com/article/view/1767
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description Die frühe Nutzung multimedialer Angebote durch adoleszente Zielgruppen erfordert eine Stärkung der Medienkritik- und Analysefähigkeit. TikTok hat in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen, was zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit politischen Themen auf der Plattform geführt hat (vgl. Hajok 2021). Der Beitrag untersucht Strategien und narrative Selbstpositionierungen von Creator:innen exemplarisch anhand politischer TikTok-Beiträge. Insbesondere im Kontext komplexer Diskurse können solche Inhalte desinformativ, polarisierend oder demokratiegefährdend wirken. Rechtspopulistische Akteur:innen nutzen soziale Medien und Online-Plattformen gezielt, um mit desinformierenden und abwertenden Inhalten ihre extremistischen Ansichten zu verbreiten und ihre Follower:innenschaft zu stärken. Diese Debattenkultur gefährdet das gesellschaftliche Zusammenleben, denn Desinformation und destruktive oder emotionalisierende Kommunikationspraktiken erschweren das Aushandeln von Perspektiven und den konstruktiven Dissens, der für die Demokratie unverzichtbar ist. Mittels quantitativer und qualitativer Auswertungsverfahren werden TikTok-Kurzvideos des rechtskonservativen Nachrichten- und Meinungsportals NIUS analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass auf NIUS rechtspopulistische Positionen zum Ausdruck kommen, die Diskriminierungen aufgrund von Hautfarbe, sexueller Selbstbestimmung, Herkunft und äusserem Erscheinungsbild beinhalten. Die Beiträge enthalten narrative Elemente, die eine anti-elitäre Haltung gegenüber Regierenden und Medien zum Ausdruck bringen, Sicherheitsängste schüren sowie internalisierte Diskriminierungen und Polarisierungen aufweisen. Die quantitative Themenanalyse zeigt, dass Kritik insbesondere an Diversität (24,2%), Verboten und Sprachnormen (14,7%), Sicherheit, Gewalt und Kriminalität (14,7%), Klimaschutz und Aktivismus (12,6%) sowie am Umgang mit der AfD (10,5%) geübt wird. Diese thematische Schwerpunktsetzung führt zu einer diskursiven Normalisierung dieser Einstellungen. Die Ampelkoalition (im Amt auf Bundesebene von 2021-2024) wird als Feindbildkonstruktion negativ aufgeladen. Aus einer homogenen Gemeinschaftsvorstellung wird Feindseligkeit gegenüber nicht-heteronormativen Orientierungen und Identitäten abgeleitet. Als fallübergreifendes Muster lässt sich die Instrumentalisierung des Extremismusvorwurfs identifizieren. Häufig werden popkulturelle Referenzen als Aufhänger verwendet, um Verbundenheit zu einer jungen Zielgruppe herzustellen. Der Beitrag entschlüsselt Diskursstrategien des Portals zur Verbreitung von Inhalten als Ausdruck eines rechtspopulistischen Erzählmodus. Eine wesentliche Strategie besteht darin, bei Sperrungen aufgrund der Verletzung journalistischer Sorgfaltspflichten auf alternative Zweit- und Drittaccounts auszuweichen, um die kontinuierliche Verbreitung der Inhalte sicherzustellen. Zudem präsentiert der Beitrag didaktische Überlegungen zur Sensibilisierung für Desinformation und zur Stärkung der Kritikfähigkeit. Ziel ist es, Strategien von Desinformationskampagnen aufzuzeigen, um Lehrkräfte, Pädagog:innen und Jugendliche auf diese Herausforderungen vorzubereiten.
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