Nachahmung und Ansteckung

Massen haben einen schlechten Ruf. Sie werden oft als launisch, unberechenbar oder gewalttätig angesehen. In einer Menschenmenge scheinen sich die Menschen anders zu verhalten als sonst: Sie sind weniger rational und mehr von Emotionen geleitet. Solche Aussagen über die regressive Natur des kollekt...

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Bibliographic Details
Main Author: Nicola Zambon
Format: Article
Language:deu
Published: Universität Salzburg 2025-08-01
Series:Zeitschrift für Praktische Philosophie
Subjects:
Online Access:https://www.praktische-philosophie.org/zfpp/article/view/614
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Description
Summary:Massen haben einen schlechten Ruf. Sie werden oft als launisch, unberechenbar oder gewalttätig angesehen. In einer Menschenmenge scheinen sich die Menschen anders zu verhalten als sonst: Sie sind weniger rational und mehr von Emotionen geleitet. Solche Aussagen über die regressive Natur des kollektiven Verhaltens sind nicht neu. Sie sind vielmehr das Echo einer diskursiven Formation aus der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als die Psychologie der Masse entstand. Der Aufsatz untersucht die Entstehung massenpsychologischer Theorien und ihr Verständnis von kollektivem Verhalten im Hinblick auf die zutiefst metaphorischen Konstruktionen der Massen, die als Ergebnis einer geschichteten, komplexen diskursiven Formation über die ansteckende Natur kollektiver Verhaltensweisen beschrieben werden.
ISSN:2409-9961