Form ohne Inhalt Das deutsche Vokalsystem vor dem Hintergrund des Vokalismus slawischer Sprachen

Dass man im Deutschen fast alle Vokale zu Paaren ordnet, lässt sich phonetisch nicht rechtfertigen, weder mit dem Begriff der Quantitätskorrelation noch damit, dass sie im selben Sektor des Vokaltrapezes lokalisiert oder ihre Formanten einander sehr nahe seien, weder damit, dass sie ein Prozess der...

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Bibliographic Details
Main Author: Klaus Schricht
Format: Article
Language:deu
Published: University of Zadar, Department of German studies 2025-04-01
Series:Germanistica Euromediterrae
Online Access:https://morepress.unizd.hr/journals/index.php/gem/article/view/2875
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Description
Summary:Dass man im Deutschen fast alle Vokale zu Paaren ordnet, lässt sich phonetisch nicht rechtfertigen, weder mit dem Begriff der Quantitätskorrelation noch damit, dass sie im selben Sektor des Vokaltrapezes lokalisiert oder ihre Formanten einander sehr nahe seien, weder damit, dass sie ein Prozess der Mittenzentralisierung koppele noch damit, dass der eine Partner eine abgeschwächte Form des anderen darstelle. Im Gegensatz zu einer Reihe von slawischen und anderen Sprachen gibt es im Deutschen keine solchen Paare. Dass man die Vokale trotzdem so ordnet, ist ein Skriptizismus: Es liegt allein daran, dass die Schrift sowie die lateinische Grammatik die Auffassung vom Vokalsystem von Anfang an geprägt haben.
ISSN:2671-0862
2718-2207