Neomalthusianismus im Diskursroman der Weimarer Republik. Zu ungewollter Schwangerschaft in Irmgard Keuns Gilgi, eine von uns
Nachdem er über Jahrhunderte hinweg kaum kunstfähig war, avanciert der Schwangerschaftsabbruch in der Weimarer Republik zu einem massentauglichen literarischen Sujet. Wie eng diese Entwicklung mit zeitgenössischen sozialpolitischen Debatten verbunden ist, lässt sich an Irmgard Keuns Roman Gilgi, ein...
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| Format: | Article |
| Language: | deu |
| Published: |
Verlag Barbara Budrich
2025-03-01
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| Series: | Gender |
| Subjects: | |
| Online Access: | https://doi.org/10.3224/gender.v17i1.03 |
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| Summary: | Nachdem er über Jahrhunderte hinweg kaum kunstfähig war, avanciert der Schwangerschaftsabbruch in der Weimarer Republik zu einem massentauglichen literarischen Sujet. Wie eng diese Entwicklung mit zeitgenössischen sozialpolitischen Debatten verbunden ist, lässt sich an Irmgard Keuns Roman Gilgi, eine von uns (1931) nachvollziehen, der ein so signifikantes wie prominentes Beispiel dieses literarischen Trends bildet. Der Roman kreist um den topischen Konflikt von „Neuer Frau“ und Mutterschaft, wirft Schlaglichter auf die sozialen Effekte des Paragrafen 218 und greift dabei das Muster der proletarischen „Abtreibungstragödie“ gezielt auch in seiner Klischeehaftigkeit auf. Seine nachhaltig kontroverse Wirkung verdankt der Text einer gleitenden Perspektivierung von Ansichten, die die seinerzeit so virulente Spannung zwischen pronatalistischer Politik, neomalthusianischen Positionen und den Selbstentwürfen moderner Frauen nicht auflöst. |
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| ISSN: | 1868-7245 2196-4467 |