Neue Tendenzen der Düngeberatung in Ungarn

Die Düngeempfehlungen eines Landes dienen zu jeder Zeit den agrarpolitischen Zielen, die mit Berücksichtigung der aktuellen Bedingungen erreicht werden sollen, wie z.B. Intensivierung oder Extensivierung der Produktion. Ziel der in den 1970er Jahren ausgearbeiteten Beratung war die Anreicherung der...

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Bibliographic Details
Main Author: Jakab LOCH
Format: Article
Language:English
Published: University of Ljubljana Press (Založba Univerze v Ljubljani) 2006-04-01
Series:Acta Agriculturae Slovenica
Subjects:
Online Access:https://journals.uni-lj.si/aas/article/view/17055
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Description
Summary:Die Düngeempfehlungen eines Landes dienen zu jeder Zeit den agrarpolitischen Zielen, die mit Berücksichtigung der aktuellen Bedingungen erreicht werden sollen, wie z.B. Intensivierung oder Extensivierung der Produktion. Ziel der in den 1970er Jahren ausgearbeiteten Beratung war die Anreicherung der Böden mit Phosphor und Kalium,  Verbesserung des Versorgungsgrades der Böden, Intensivierung der Produktion. Die Ziele wurden erreicht, mit steigendem Mineraldüngerverbrauch und Einführung der Intensivsorten stiegen die Weizen- und Maiserträge, auf das zwei- bis dreifache. Nach 1990 sank  der Düngemittelverbrauch auf das Niveau der 60-iger Jahre. Den starken Rückgang verursachten: Mangel an Kapital der Produzenten, die verzögernd vor sich gehende Umstrukturierung der Landwirtschaft, die Unsicherheiten der Produktion bzw. Vermarktung der Produkte, sowie die hohen Düngemittel- und Pflanzenschutzmittelpreise. Die Weizen und Maiserträge nahmen ab, der Nährstoff-versorgungsgrad der Böden ließ nach. Die neue gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation, Anstieg der vorher unterstützten Düngemittelpreise, die veränderten Absatzmöglichkeiten erforderten neue Überlegungen in der Nährstoffwirtschaft. Es wurden die Grundlagen einer neuen, wirtschaftlichen und umweltschonenden Düngeberatung geschaffen. Die neue Beratung beruht, ebenso, wie die frühere auf dem Bilanzprinzip. Die differenzierten Empfehlungen ermöglichen eine Anpassung an die ökologischen und ökonomischen Bedingungen. Durch die Neubearbeitung der Bodengrenzwerte aufgrund von langjährigen Düngungsversuchen werden allgemein kleinere Düngergaben empfohlen. Nach den bisherigen Ergebnissen der vergleichen-den Versuche können mit den niedrigeren Gaben – ohne Gefahr der Umweltbelastung – ähnliche Erträge, mit bedeutenden Ersparnissen erreicht werden.
ISSN:1854-1941