Visuelle Idiome. Bebilderungen des sozialen Lebens

Strukturmerkmale phrasenhafter Kommunikation finden sich nicht nur im Sprechen, sondern auch im Bilderzeigen und -machen. Solch phrasenhafte Formen des Bildgebrauchs – oder kurz: visuelle Idiome – stehen im Mittelpunkt des vorliegenden Aufsatzes. Für die sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung...

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Bibliographic Details
Main Author: Michael R. Müller
Format: Article
Language:deu
Published: FQS 2025-05-01
Series:Forum: Qualitative Social Research
Subjects:
Online Access:https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/4444
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Description
Summary:Strukturmerkmale phrasenhafter Kommunikation finden sich nicht nur im Sprechen, sondern auch im Bilderzeigen und -machen. Solch phrasenhafte Formen des Bildgebrauchs – oder kurz: visuelle Idiome – stehen im Mittelpunkt des vorliegenden Aufsatzes. Für die sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung bedeuten phrasenhafte Formen des Bildgebrauchs zweierlei: Zum einen erlangen Bilder als eine Datenform Relevanz, durch die gesellschaftliche Repertoires bildsprachlichen Ausdrucks- und Darstellungsvermögens analytisch zugänglich werden. Zum anderen werden durch geeignete Analysen Einblicke in die Genese und die Strukturen intersubjektiv geteilter Bild- und Sehwelten möglich. Dies aber setzt 1. eine begrifflich-konzeptionelle Klärung der Struktureigenschaften visueller Idiome voraus sowie 2. methodologische Schlussfolgerungen als Voraussetzung für eine gegenstandsadäquate Analytik. Diesem Desiderat ist der vorliegende Aufsatz gewidmet. Das für die Argumentation instruktive Konzept des Idioms sowie Grundprinzipien für eine idiomatische Analyse von Bilddatenkorpora werden bei GOFFMAN (1981 [1971]; 1982 [1971]) aufgegriffen und in Hinblick auf zeitgenössische Formen technologisierter sozialer Kommunikation weiterentwickelt und exemplifiziert. Angestrebt wird eine Begriffsbildung, die Analysen der medialen Vielfalt, der sozialkommunikativen Gebrauchsbedeutung und der Genese unterschiedlicher visueller Idiome bzw. Idiomatiken erlaubt.
ISSN:1438-5627