Regenerative Landwirtschaft – Annäherung an eine wissensbasierte Definition
Regenerative Landwirtschaft ist ein derzeit häufig verwendeter Begriff und wird auch als ein Ansatz gesehen, politische Vorgaben wie die Farm-to-Fork oder die Ackerbaustrategie des Bundes umzusetzen. Bei der Sichtung der praktischen Empfehlungen und internationalen Literatur sowie im Kontext der...
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| Format: | Article |
| Language: | deu |
| Published: |
Julius Kühn-Institut
2025-08-01
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| Series: | Journal für Kulturpflanzen |
| Subjects: | |
| Online Access: | https://ojs.openagrar.de/index.php/Kulturpflanzenjournal/article/view/17799 |
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|---|---|
| author | Kurt Möller Timo Blecher Gernot Bodner Jörg Böhmer Bettina Eichler-Löbermann Maendy Fritz Antje Herrmann Dorothee Klöcker Heinz-Josef Koch Janna Macholdt David Menskes Marcel Moll Jens Poetsch Charlotte Rapp Tanja Schäfer Knut Schmidtke Carola Pekrun |
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| collection | DOAJ |
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Regenerative Landwirtschaft ist ein derzeit häufig verwendeter Begriff und wird auch als ein Ansatz gesehen, politische Vorgaben wie die Farm-to-Fork oder die Ackerbaustrategie des Bundes umzusetzen. Bei der Sichtung der praktischen Empfehlungen und internationalen Literatur sowie im Kontext der Ideen der ersten Befürworter kann regenerative Landwirtschaft auf u.a. folgende Grundsätze zurückgeführt werden: a) hoher Bodenschutzstandard, b) Humusaufbau, c) Förderung und Nutzung von funktionaler Biodiversität, d) Reduzierung des Einsatzes von chemisch-synthetisch hergestellten Betriebsmitteln und e) Klimaschutz. Hierzu dienen zahlreiche Maßnahmen, wie eine Verringerung der Bodenbearbeitungsintensität, vielfältige Fruchtfolgen mit konsequentem Anbau von Zwischenfruchtmischungen und Untersaaten, konsequente Integration von Leguminosen in Fruchtfolgen, ggf. Mischanbau wo immer möglich und vertretbar, die konsequente Befolgung der Empfehlungen der Beratungseinrichtungen der Länder im Bereich Düngung und Pflanzenschutz mit weitestgehendem Verzicht auf Wachstumsregler und Insektizide, und die konsequente Implementierung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen im Ackerland (u. a. Dauerkulturen, Agroforst, Blühflächen, blühende Untersaaten). Allerdings fehlt eine allgemein anerkannte Definition der damit gemeinten landwirtschaftlichen Anbausysteme und ihrer spezifischen Managementelemente. Häufig wird regenerative Landwirtschaft weniger an konkreten Zielen, sondern vielmehr entlang von Anbaumaßnahmen definiert. Aber auch in der öffentlichen Kommunikation wären statt konkreter Managementvorgaben Zielvorgaben wie eine Halbierung des Erosionsrisikos, der produktbezogenen Klimagasemissionen, der Stickstoffverluste oder des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln bei einer Steigerung der Biodiversität entlang entsprechender Indices um z. B. 50 % eher geeignet ein Anbausystem zu beschreiben, das eine wesentliche Verbesserung bei wichtigen Kriterien der Nachhaltigkeit ermöglicht, und zugleich in der öffentlichen Kommunikation besteht, auch im Hinblick auf Zertifizierung und Vermarktung. Denn wollen die Sektorbeteiligten auf dem Markt höhere Erlöse erzielen, gilt es einfach zu kommunizierende Vorgaben zu definieren, die im Rahmen einer Zertifizierung eine eindeutige Abgrenzung zur konventionellen Landwirtschaft nach guter fachlicher Praxis oder dem ökologischen Landbau ermöglichen. In diesem Sinne sind die Autoren überzeugt, dass die Definition einer regenerativen Landwirtschaft entlang von konkreten Zielen, wie sie im Text beschrieben worden sind, einen Weg darstellen kann, eine solche Anbauform zu konkretisieren.
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| institution | Kabale University |
| issn | 1867-0911 1867-0938 |
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| publishDate | 2025-08-01 |
| publisher | Julius Kühn-Institut |
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| series | Journal für Kulturpflanzen |
| spelling | doaj-art-4b5620bc0f574e77905dfc36884e4e2a2025-08-20T04:00:44ZdeuJulius Kühn-InstitutJournal für Kulturpflanzen1867-09111867-09382025-08-01770110.5073/JfK.2025.01.13Regenerative Landwirtschaft – Annäherung an eine wissensbasierte Definition Kurt Möller0https://orcid.org/0000-0002-3735-4051Timo Blecher1Gernot Bodner2https://orcid.org/0000-0001-9813-1364Jörg Böhmer3https://orcid.org/0009-0005-4254-8976Bettina Eichler-Löbermann4https://orcid.org/0000-0001-8306-0452Maendy Fritz5https://orcid.org/0009-0001-4392-1083Antje Herrmann6Dorothee Klöcker7Heinz-Josef Koch8https://orcid.org/0000-0002-8270-7434Janna Macholdt9https://orcid.org/0000-0001-9703-8109David Menskes10Marcel Moll11https://orcid.org/0000-0002-4826-2611Jens Poetsch12Charlotte Rapp13Tanja Schäfer14Knut Schmidtke15https://orcid.org/0000-0002-1942-5602Carola Pekrun16https://orcid.org/0000-0003-3539-7928Universität Hohenheim, Institut für Kulturpflanzenwissenschaften, Fachgebiet Düngung und Bodenstoffhaushalt, Stuttgart. LTZ Augustenberg, Außenstelle Forchheim, Rheinstetten.Feldsaaten Freudenberger, Krefeld.Universität für Bodenkultur, Institut für Pflanzenbau, Tulln an der Donau, Österreich.Hochschule Trier, Institut für angewandtes Stoffstrommanagement, Birkenfeld.Universität Rostock, Professur Pflanzenbau, Rostock.Technologie- und Förderzentrum (TFZ), Abteilung Rohstoffpflanzen und Stoffflüsse, Straubing.Bad Hersfeld.CONVIS s.c., Zone Artisanale et Commerciale, Ettelbruck, Luxemburg.Institut für Zuckerrübenforschung, Göttingen.Universität Halle, Professur für Pflanzenbau und Ökologischen Landbau, Halle (Saale).Feldsaaten Freudenberger, Krefeld.Universität Bonn, Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz - Nachwachsende Rohstoffe, Rheinbach.Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, Fachgebiet Agrarwirtschaft, Rottenburg a.N.Landwirtschaftliches Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW), Aulendorf.Fachhochschule Südwestfalen, Fachbereich Agrarwirtschaft, Professur für Pflanzenbau und Nachhaltige Anbausysteme, Soest.Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Fachgebiet Ökologischer Landbau, Dresden.Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), Fachgebiet Pflanzenbau und Qualitätsmanagement, Nürtingen. Regenerative Landwirtschaft ist ein derzeit häufig verwendeter Begriff und wird auch als ein Ansatz gesehen, politische Vorgaben wie die Farm-to-Fork oder die Ackerbaustrategie des Bundes umzusetzen. Bei der Sichtung der praktischen Empfehlungen und internationalen Literatur sowie im Kontext der Ideen der ersten Befürworter kann regenerative Landwirtschaft auf u.a. folgende Grundsätze zurückgeführt werden: a) hoher Bodenschutzstandard, b) Humusaufbau, c) Förderung und Nutzung von funktionaler Biodiversität, d) Reduzierung des Einsatzes von chemisch-synthetisch hergestellten Betriebsmitteln und e) Klimaschutz. Hierzu dienen zahlreiche Maßnahmen, wie eine Verringerung der Bodenbearbeitungsintensität, vielfältige Fruchtfolgen mit konsequentem Anbau von Zwischenfruchtmischungen und Untersaaten, konsequente Integration von Leguminosen in Fruchtfolgen, ggf. Mischanbau wo immer möglich und vertretbar, die konsequente Befolgung der Empfehlungen der Beratungseinrichtungen der Länder im Bereich Düngung und Pflanzenschutz mit weitestgehendem Verzicht auf Wachstumsregler und Insektizide, und die konsequente Implementierung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen im Ackerland (u. a. Dauerkulturen, Agroforst, Blühflächen, blühende Untersaaten). Allerdings fehlt eine allgemein anerkannte Definition der damit gemeinten landwirtschaftlichen Anbausysteme und ihrer spezifischen Managementelemente. Häufig wird regenerative Landwirtschaft weniger an konkreten Zielen, sondern vielmehr entlang von Anbaumaßnahmen definiert. Aber auch in der öffentlichen Kommunikation wären statt konkreter Managementvorgaben Zielvorgaben wie eine Halbierung des Erosionsrisikos, der produktbezogenen Klimagasemissionen, der Stickstoffverluste oder des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln bei einer Steigerung der Biodiversität entlang entsprechender Indices um z. B. 50 % eher geeignet ein Anbausystem zu beschreiben, das eine wesentliche Verbesserung bei wichtigen Kriterien der Nachhaltigkeit ermöglicht, und zugleich in der öffentlichen Kommunikation besteht, auch im Hinblick auf Zertifizierung und Vermarktung. Denn wollen die Sektorbeteiligten auf dem Markt höhere Erlöse erzielen, gilt es einfach zu kommunizierende Vorgaben zu definieren, die im Rahmen einer Zertifizierung eine eindeutige Abgrenzung zur konventionellen Landwirtschaft nach guter fachlicher Praxis oder dem ökologischen Landbau ermöglichen. In diesem Sinne sind die Autoren überzeugt, dass die Definition einer regenerativen Landwirtschaft entlang von konkreten Zielen, wie sie im Text beschrieben worden sind, einen Weg darstellen kann, eine solche Anbauform zu konkretisieren. https://ojs.openagrar.de/index.php/Kulturpflanzenjournal/article/view/17799Ackerbaustrategie, Farm to Fork, Bodenschutz, Ressourcenschutz, Düngung, Pflanzenschutz, Biodiversität |
| spellingShingle | Kurt Möller Timo Blecher Gernot Bodner Jörg Böhmer Bettina Eichler-Löbermann Maendy Fritz Antje Herrmann Dorothee Klöcker Heinz-Josef Koch Janna Macholdt David Menskes Marcel Moll Jens Poetsch Charlotte Rapp Tanja Schäfer Knut Schmidtke Carola Pekrun Regenerative Landwirtschaft – Annäherung an eine wissensbasierte Definition Journal für Kulturpflanzen Ackerbaustrategie, Farm to Fork, Bodenschutz, Ressourcenschutz, Düngung, Pflanzenschutz, Biodiversität |
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