Deutsche biomedizinische Forschung: auf beiden Augen geschlechterblind?!

Gegenstand dieses Beitrags ist die Integration der Geschlechterperspektive in die biomedizinische Forschung. Es wird der Frage nachgegangen, ob und inwieweit ein Geschlechterbewusstsein, das beiden Geschlechtern (männlichen und weiblichen Individuen) gerecht wird, in den Fachorganisationen der biome...

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Authors: Anja Meister, Andrea Kindler-Röhrborn, Bettina Pfleiderer
Format: Article
Language:deu
Published: Verlag Barbara Budrich 2015-10-01
Series:Gender
Subjects:
Online Access:https://doi.org/10.3224/gender.v7i3.20847
Tags: Add Tag
No Tags, Be the first to tag this record!
_version_ 1850053309455400960
author Anja Meister
Andrea Kindler-Röhrborn
Bettina Pfleiderer
author_facet Anja Meister
Andrea Kindler-Röhrborn
Bettina Pfleiderer
author_sort Anja Meister
collection DOAJ
description Gegenstand dieses Beitrags ist die Integration der Geschlechterperspektive in die biomedizinische Forschung. Es wird der Frage nachgegangen, ob und inwieweit ein Geschlechterbewusstsein, das beiden Geschlechtern (männlichen und weiblichen Individuen) gerecht wird, in den Fachorganisationen der biomedizinischen Forschung, in den Fachgesellschaften, Förderorganisationen und Fachzeitschriften verbreitet ist. Dadurch hat dieser Beitrag auch eine wissenschaftspolitische Bedeutung und Zielsetzung. Wir haben die Situation einer geschlechterdifferenzierenden biomedizinischen Forschung in Deutschland mithilfe einer anonymen Umfrage bei den relevanten Fachorganisationen analysiert. Diese Untersuchung ergab, dass Fachgesellschaften, Förderorganisationen und Fachzeitschriften die Integration der Geschlechterperspektive in die biomedizinische Forschung als wichtig erachten. In der Praxis planen sie jedoch weder gegenwärtig noch in Zukunft eine Änderung der Leitlinien für die Forschenden. Dementsprechend ergab eine Analyse von Veröffentlichungen des vom BMBF geförderten „Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience“, die sich mit neurowissenschaftlichen Studien am Menschen beschäftigten, dass keine geschlechterdifferenzierte Datenauswertung stattfand. Die Begutachtungsrichtlinien für Forschungsanträge und Publikationen der Förderorganisationen und Zeitschriften mit Sitz in Deutschland müssen daher verändert werden. Auf lange Sicht gesehen wird nur eine frühzeitige Integration von geschlechterdifferenzierten Forschungsbefunden in die grundständige Lehre der Medizin und Naturwissenschaften zu einem Umdenken bei den Forschenden führen.
format Article
id doaj-art-4813c7515e5341ae9aab4dc7ad2b8d1c
institution DOAJ
issn 1868-7245
2196-4467
language deu
publishDate 2015-10-01
publisher Verlag Barbara Budrich
record_format Article
series Gender
spelling doaj-art-4813c7515e5341ae9aab4dc7ad2b8d1c2025-08-20T02:52:34ZdeuVerlag Barbara BudrichGender1868-72452196-44672015-10-0173-201512613510.3224/gender.v7i3.20847Deutsche biomedizinische Forschung: auf beiden Augen geschlechterblind?!Anja Meister0Andrea Kindler-Röhrborn1Bettina Pfleiderer2Universitätsklinikum EssenUniversitätsklinikum EssenUniversitätsklinikum MünsterGegenstand dieses Beitrags ist die Integration der Geschlechterperspektive in die biomedizinische Forschung. Es wird der Frage nachgegangen, ob und inwieweit ein Geschlechterbewusstsein, das beiden Geschlechtern (männlichen und weiblichen Individuen) gerecht wird, in den Fachorganisationen der biomedizinischen Forschung, in den Fachgesellschaften, Förderorganisationen und Fachzeitschriften verbreitet ist. Dadurch hat dieser Beitrag auch eine wissenschaftspolitische Bedeutung und Zielsetzung. Wir haben die Situation einer geschlechterdifferenzierenden biomedizinischen Forschung in Deutschland mithilfe einer anonymen Umfrage bei den relevanten Fachorganisationen analysiert. Diese Untersuchung ergab, dass Fachgesellschaften, Förderorganisationen und Fachzeitschriften die Integration der Geschlechterperspektive in die biomedizinische Forschung als wichtig erachten. In der Praxis planen sie jedoch weder gegenwärtig noch in Zukunft eine Änderung der Leitlinien für die Forschenden. Dementsprechend ergab eine Analyse von Veröffentlichungen des vom BMBF geförderten „Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience“, die sich mit neurowissenschaftlichen Studien am Menschen beschäftigten, dass keine geschlechterdifferenzierte Datenauswertung stattfand. Die Begutachtungsrichtlinien für Forschungsanträge und Publikationen der Förderorganisationen und Zeitschriften mit Sitz in Deutschland müssen daher verändert werden. Auf lange Sicht gesehen wird nur eine frühzeitige Integration von geschlechterdifferenzierten Forschungsbefunden in die grundständige Lehre der Medizin und Naturwissenschaften zu einem Umdenken bei den Forschenden führen.https://doi.org/10.3224/gender.v7i3.20847 sexgenderbiologisches geschlechtsoziales geschlechtgeschlechteraspekte
spellingShingle Anja Meister
Andrea Kindler-Röhrborn
Bettina Pfleiderer
Deutsche biomedizinische Forschung: auf beiden Augen geschlechterblind?!
Gender
sex
gender
biologisches geschlecht
soziales geschlecht
geschlechteraspekte
title Deutsche biomedizinische Forschung: auf beiden Augen geschlechterblind?!
title_full Deutsche biomedizinische Forschung: auf beiden Augen geschlechterblind?!
title_fullStr Deutsche biomedizinische Forschung: auf beiden Augen geschlechterblind?!
title_full_unstemmed Deutsche biomedizinische Forschung: auf beiden Augen geschlechterblind?!
title_short Deutsche biomedizinische Forschung: auf beiden Augen geschlechterblind?!
title_sort deutsche biomedizinische forschung auf beiden augen geschlechterblind
topic sex
gender
biologisches geschlecht
soziales geschlecht
geschlechteraspekte
url https://doi.org/10.3224/gender.v7i3.20847
work_keys_str_mv AT anjameister deutschebiomedizinischeforschungaufbeidenaugengeschlechterblind
AT andreakindlerrohrborn deutschebiomedizinischeforschungaufbeidenaugengeschlechterblind
AT bettinapfleiderer deutschebiomedizinischeforschungaufbeidenaugengeschlechterblind