Phraseologie und Motiviertheit. Prototypische und ikonische Aspekte deutscher und balkanländischer Phraseologismen

In diesem Beitrag soll anhand ausgewählter Flora- und Fauna-Phraseologismen der Versuch unternommen werden, Phraseologismen im Deutschen bzw. im nordeuropäischen Sprach- und Kulturraum mit solchen im Balkansprachraum auf ihre Motivationsstruktur zu prüfen. Dabei werden die auf Charles Sanders Peirce...

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Main Author: Silvana Simoska
Format: Article
Language:deu
Published: University of Zadar, Department of German studies 2025-04-01
Series:Germanistica Euromediterrae
Online Access:https://morepress.unizd.hr/journals/index.php/gem/article/view/2872
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Description
Summary:In diesem Beitrag soll anhand ausgewählter Flora- und Fauna-Phraseologismen der Versuch unternommen werden, Phraseologismen im Deutschen bzw. im nordeuropäischen Sprach- und Kulturraum mit solchen im Balkansprachraum auf ihre Motivationsstruktur zu prüfen. Dabei werden die auf Charles Sanders Peirce zurückgehende Ikonizitätsthese sowie Eleanor Roschs Prototypentheorie bemüht. Es geht darum, die Motiviertheit von Phraseologismen zu hinterfragen: Wieso im Deutschen bzw. im nordeuropäischen Sprachraum der Apfel nicht weit vom Stamm fällt (vgl. the appel does not fall fare from the tree (Englisch)) und in den (Süd)Balkansprachen ‚die Birne unter den Birnbaum fällt‘ - (vgl. крушата под круша паѓа (Mazedonisch), крушка пада под крушку ((Süd)serbisch), dardha nёn dardhё bie (Albanisch)) und wieso im Deutschen eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, wohingen in den Sprachen des Balkansprachraums‚ eine Schwalbe noch keinen Frühling macht‘ - (vgl. една ластовичка не прави пролет (Mazedonisch), jedna lasta ne čini proljeće (Kroatisch), једна ласта не чини пролеће (Serbisch))? Unsere Hypothese beruht darauf, dass die Bildung motivierter phraseologischer Strukturen durch universell-ikonische und kulturspezifisch-prototypische Aspekte geprägt ist, wie z.B. Klima, Flora und Fauna, Lebensstil u. a. Die kontrastive Analyse deutscher und balkanländischer Phraseologismen gewährt schließlich Einblick in die ikonische Perspektivierung und kulturspezifische Prototypisierung von Phraseologismen.
ISSN:2671-0862
2718-2207