Von der Quantenphysik zur sozialwissenschaftlichen Forschung: Versuch einer systematischen Annäherung an Karen BARADs diffraktive Methodologie
In diesem Beitrag führen wir in Karen BARADs Konzept des agentiellen Realismus und die darauf basierende diffraktive Methodologie ein, die von den Arbeiten Niels BOHRs zum Komplementaritätsprinzip in der Quantentheorie inspiriert wurde. Mit ihren Arbeiten versucht BARAD, die traditionelle Trennung z...
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| Published: |
FQS
2025-01-01
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| Series: | Forum: Qualitative Social Research |
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| Online Access: | https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/4237 |
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| author | Werner Vogd Kathleen Neher |
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| description | In diesem Beitrag führen wir in Karen BARADs Konzept des agentiellen Realismus und die darauf basierende diffraktive Methodologie ein, die von den Arbeiten Niels BOHRs zum Komplementaritätsprinzip in der Quantentheorie inspiriert wurde. Mit ihren Arbeiten versucht BARAD, die traditionelle Trennung zwischen Ontologie und Epistemologie zu überwinden, um eine neue Perspektive auf die Beziehung zwischen Beobachter*innen und Beobachtetem zu gewinnen. Wir erläutern zentrale Begriffe wie "Intraaktion", "Apparat" und "entangled reconfigurings of spacetimemattering", um herauszuarbeiten, wie Objekte und Subjekte in einem Netzwerk von Beziehungen entstehen und sich gegenseitig konstituieren. Wir stellen zudem kritische Überlegungen zum Transfer von quantenmechanischen Theoriefiguren auf sozialwissenschaftliche Fragestellungen vor und diskutieren die Potenziale sowie die Herausforderungen und Missverständnisse, die sich aus einer solchen interdisziplinären Herangehensweise ergeben. Anhand von Beispielen aus der Krankenhausethnografie wird illustriert, wie BARADs methodologische Begriffe in der empirischen Forschung angewendet werden können, um komplexe soziale Phänomene in einem neuen Licht zu betrachten. In der abschließenden Diskussion wird deutlich, dass dieser methodologische Zugang insbesondere bei Fragestellungen produktiv ist, in denen eine bestimmte Form von Identität und Subjektivität nicht vorausgesetzt werden kann, sondern erst in einer jeweils zu spezifizierenden Konstellation etabliert wird. Außerdem werden die ethischen Implikationen dieses Ansatzes eingehender diskutiert.
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| publisher | FQS |
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| series | Forum: Qualitative Social Research |
| spelling | doaj-art-2cd09d14ed2541669c4848902f2ec8352025-08-20T03:05:22ZdeuFQSForum: Qualitative Social Research1438-56272025-01-0126110.17169/fqs-26.1.4237Von der Quantenphysik zur sozialwissenschaftlichen Forschung: Versuch einer systematischen Annäherung an Karen BARADs diffraktive MethodologieWerner Vogd0Kathleen Neher1Universität Witten/Herdecke Evangelische Hochschule DresdenIn diesem Beitrag führen wir in Karen BARADs Konzept des agentiellen Realismus und die darauf basierende diffraktive Methodologie ein, die von den Arbeiten Niels BOHRs zum Komplementaritätsprinzip in der Quantentheorie inspiriert wurde. Mit ihren Arbeiten versucht BARAD, die traditionelle Trennung zwischen Ontologie und Epistemologie zu überwinden, um eine neue Perspektive auf die Beziehung zwischen Beobachter*innen und Beobachtetem zu gewinnen. Wir erläutern zentrale Begriffe wie "Intraaktion", "Apparat" und "entangled reconfigurings of spacetimemattering", um herauszuarbeiten, wie Objekte und Subjekte in einem Netzwerk von Beziehungen entstehen und sich gegenseitig konstituieren. Wir stellen zudem kritische Überlegungen zum Transfer von quantenmechanischen Theoriefiguren auf sozialwissenschaftliche Fragestellungen vor und diskutieren die Potenziale sowie die Herausforderungen und Missverständnisse, die sich aus einer solchen interdisziplinären Herangehensweise ergeben. Anhand von Beispielen aus der Krankenhausethnografie wird illustriert, wie BARADs methodologische Begriffe in der empirischen Forschung angewendet werden können, um komplexe soziale Phänomene in einem neuen Licht zu betrachten. In der abschließenden Diskussion wird deutlich, dass dieser methodologische Zugang insbesondere bei Fragestellungen produktiv ist, in denen eine bestimmte Form von Identität und Subjektivität nicht vorausgesetzt werden kann, sondern erst in einer jeweils zu spezifizierenden Konstellation etabliert wird. Außerdem werden die ethischen Implikationen dieses Ansatzes eingehender diskutiert. https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/4237diffraktive Methodologierekonstruktive SozialforschungEpistemologieEthikBeobachter*innenabhängigkeitWissenschaftstheorie |
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