Revolution und Revision. Zum Verhältnis von Amerikanischer Unabhängigkeitserklärung und US-Verfassung

Im Unterschied zu einer in der Geschichtswissenschaft weit verbreiteten Auffassung, nach der die Amerikanische Revolution einen folgerichtigen Entwicklungspfad von der Unabhängigkeitserklärung des Jahres 1776 bis hin zur Schaffung eines handlungsfähigen Zentralstaates (1788/89) beschritten hat, erke...

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Main Author: Schild Georg
Format: Article
Language:deu
Published: De Gruyter 2025-06-01
Series:Historische Zeitschrift
Subjects:
Online Access:https://doi.org/10.1515/hzhz-2025-0013
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Description
Summary:Im Unterschied zu einer in der Geschichtswissenschaft weit verbreiteten Auffassung, nach der die Amerikanische Revolution einen folgerichtigen Entwicklungspfad von der Unabhängigkeitserklärung des Jahres 1776 bis hin zur Schaffung eines handlungsfähigen Zentralstaates (1788/89) beschritten hat, erkennt die vorliegende Untersuchung einen Bruch in der Entwicklung politischer Ziele in den 1780er Jahren. Die 1781 in Kraft getretenen Konföderationsartikel sollten bewusst keinen Zentralstaat schaffen, damit die in der Unabhängigkeitserklärung postulierten Rechte der Bürger nicht durch die eigene Regierung gefährdet würden. Vor dem Hintergrund gewalttätig ausgetragener innenpolitischer Konflikte Mitte der 1780er Jahre kam es zu einer Revision der Ziele der Revolution. Die Verfassung von 1787 beruhte auf der Vorstellung, dass ein handlungsfähiger Zentralstaat keine Bedrohung von Leben, Freiheit und Eigentum der Bürger darstelle, sondern diese Rechte im Gegenteil vor dem Zugriff Aufständischer garantiere.
ISSN:0018-2613
2196-680X